Vergabeverfahren

Das Beschaffungsregime des Bundes unterscheidet zwischen vier Vergabeverfahren.

Oberhalb des Schwellenwertes

Oberhalb des Schwellenwertes wählt die Auftraggeberin das offene oder das selektive Verfahren. Für beide Verfahren ist eine Veröffentlichung des geplanten Auftrags auf dem Informationssystem des öffentlichen Beschaffungswesens der Schweiz (simap.ch) zwingend. In bestimmten Ausnahmefällen kann der Auftrag freihändig vergeben werden.

  • Offenes Verfahren:
    Die Auftraggeberin schreibt den geplanten Auftrag öffentlich im Schweizerischen Handelsamtsblatt aus. Alle Anbieter und Anbieterinnen können innert 40 Tagen ein Angebot einreichen.
  • Selektives Verfahren:
    Die Auftraggeberin schreibt den geplanten Auftrag öffentlich im Schweizerischen Handelsamtsblatt aus. Alle Anbieter und Anbieterinnen können innert 25 Tagen einen Antrag auf Teilnahme einreichen. Die Auftraggeberin bestimmt aufgrund der Eignung die Anbieter und Anbieterinnen, die ein Angebot einreichen dürfen. Diese werden eingeladen, innert 40 Tagen ein Angebot einzureichen.
  • Freihändiges Verfahren:
    Die Auftraggeberin vergibt einen Auftrag direkt und ohne Ausschreibung einem Anbieter oder einer Anbieterin, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Keine Ausschreibungspflicht besteht zudem in Bereichen, wo die Post in Konkurrenz zu Dritten steht, die ebenfalls nicht ausschreibungspflichtig sind.

Unterhalb des Schwellenwerts

Unterhalb des Schwellenwerts oder wenn ein Auftrag aus anderen Gründen nicht unter das Gesetz fällt (es wird zum Beispiel keine dem Gesetz unterstellte Dienstleistung beschafft; Übrige Beschaffungen), kann die Auftraggeberin ebenfalls das offene oder das selektive Verfahren wählen. Ein geplanter Auftrag wird in diesen Fällen analog den Aufträgen oberhalb des Schwellenwertes öffentlich im Schweizerischen Handelsamtsblatt ausgeschrieben, jedoch ohne Möglichkeit der Anfechtung. Die Auftraggeberin kann aber auch ein Einladungsverfahren durchführen oder einen Auftrag freihändig vergeben, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind.

Einladungsverfahren:

  • Einladungsverfahren:
    Die Auftraggeberin bestimmt bei Aufträgen unterhalb des Schwellenwertes, welche Anbieter oder Anbieterinnen sie ohne Ausschreibung direkt zur Angebotsabgabe einladen will. Sie holt wenn möglich mindestens drei Angebote ein.
  • Freihändiges Verfahren:
    Die Auftraggeberin kann einen Auftrag direkt und ohne Ausschreibung einem Anbieter oder einer Anbieterin vergeben, sofern das Gesetz bzw. die Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen die freihändige Vergabe ausdrücklich zulassen, z.B. wenn der Vergabewert Fr. 150 000.- nicht erreicht. Auch wenn die Bedingungen zur freihändigen Vergabe erfüllt sind, schafft die Auftraggeberin möglichst eine Wettbewerbslage. Das offene und das selektive Vergabeverfahren können immer gewählt werden.