Post-GAV: Erste Runde

Mitteilung vom 20.03.2000

GAV-Verhandlungen der Post: erfolgreiche erste Runde

Die Delegationen der Post sowie der Gewerkschaften Kommunikation und transfair haben die Verhandlungen der ersten zwei und Teile der dritten von insgesamt sechs geplanten Verhandlungsphasen für einen Gesamtarbeitsvertrag bei der Post (GAV-Post) abgeschlossen. Behandelt wurden der Geltungsbereich, die Sozialpartnerschaft sowie Fragen zum Lohnsystem und zur Personalbeurteilung. Schon im letzten Spätherbst haben sich alle Verhandlungspartner auf eine gemeinsame Zielsetzung geeinigt, nämlich mit dem GAV gleichzeitig die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens Post zu stärken und fortschrittliche sowie sozialverträgliche Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Seit Jahresbeginn verhandeln beide Gewerkschaften gleichzeitig mit der Post. Die bisherigen Verhandlungsergebnisse wurden unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Gremien bei allen drei Vertragspartnern erzielt. Es ist damit zu rechnen, dass die Entscheidungsinstanzen bis Ende März beschliessen, ob die Verhandlungen und die Folgearbeiten auf der Basis dieses Zwischenergebnisses weitergeführt werden können. Die Verhandlungen zum ersten GAV in der Geschichte der Post fanden in einem konstruktiven, vom gegenseitigen Willen zum erfolgreichen Abschluss geprägten Klima statt.

Vom Geltungsbereich ausgenommen wurden das höhere Kader bis zur zweiten Führungsstufe sowie unternehmens- und bereichsweite Spezialistinnen und Spezialisten. Ferner sind auch Praktikantinnen und Praktikanten sowie das Lernpersonal nicht dem Vertrag unterstellt. Für das Aushilfspersonal ist beabsichtigt, eine besondere Vereinbarung (GAV Aushilfen) zu treffen. Für die Leiterinnen und Leiter von Poststellen sind noch Arbeiten in einem Team von Expertinnen und Experten hängig. Wagenführer von privaten Postautohaltern fallen nicht unter den GAV; für sie sind noch Lösungen zu finden.

Die künftige Sozialpartnerschaft kennt drei Grade der Mitwirkung des Personals: Mitbestimmung, Mitsprache/Anhörung und Information. Bei den GAV-Bestimmungen sowie den Anhängen und separaten Vereinbarungen zum GAV haben die Gewerkschaften gleichberechtigte partnerschaftliche Mitbestimmung. Die Mitwirkung wird auf Konzern-, Bereichs- und Prozessregionen-Ebene durch Fachkommissionen, in den übrigen Organisationseinheiten einer bestimmten Grösse von Personalkommissionen ausgeübt. Für die Lösung sozialpartnerschaftlicher Konflikte ist eine Schlichtungskommission vorgesehen. In paritätischen Kommissionen werden Fragen der Chancengleichheit und des Persönlichkeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie der sozialen Einrichtungen geregelt. Für die Mitfinanzierung der gewerkschaftlichen Aufwendungen für den GAV werden auch Solidaritätsbeiträge der nicht organisierten, aber dem GAV unterstellten Mitarbeitenden erhoben.

Zu den Modalitäten des künftigen Lohn- und Personalbeurteilungssystems liegen Verhandlungsresultate vor. Das neue Lohnsystem basiert auf der Funktion, der Erfahrung und der Leistung. In Modellberechnungen sollen für die verschiedenen Berufsgruppen die Auswirkungen des neuen Systems sichtbar gemacht werden. Die Verhandlungspartner haben sich darauf verständigt, den Übergang vom bisherigen zu einem neuen Lohnsystem sozialverträglich zu vollziehen.

Die GAV-Verhandlungen finden auf der Grundlage des neuen Bundespersonalgesetzes statt, das zur Zeit von den eidgenössischen Räten beraten wird. Das Bundespersonalgesetz sieht zwingend vor, dass die Post mit ihren Sozialpartnern einen GAV aushandelt. Abschliessende GAV-Entscheide sind erst möglich, wenn das Bundespersonalgesetz bereit ist für die Inkraftsetzung.