Versichertenkarte der Post für ein elektronisches Patientendossier gerüstet

Mitteilung vom 07.07.2011

Die von der Schweizerischen Post produzierten Versichertenkarte erfüllt die vom Bundesamt für Gesundheit BAG definierten technischen und funktionalen Vorgaben. Anlässlich eines Treffens der wichtigen Akteure im Gesundheitswesen unter der Leitung des BAG einigten sich Kartenhersteller und die Verbände der Leistungserbringer im Gesundheitswesen auf die Weiterentwicklung der aktuellen Versichertenkarten. Klare Zielrichtung aller Akteure ist der Nutzen der Karten als Zugangsschlüssel zum elektronischen Patientendossier. Die Versichertenkarte der Post erfüllt diese Voraussetzungen bereits und bewährt sich seit Anfang 2011 im Praxistest des kantonalen Modellversuchs «e-toile» im Kanton Genf. Die für Helsana hergestellten Versichertenkarten werden bereits erfolgreich im Modellversuch Genf eingesetzt.

Die schweizerischen Krankenversicherer müssen seit Anfang 2010 ihren Versicherten im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung eine Versichertenkarte abgeben, auf der mittels eines Chips administrative und Notfalldaten gespeichert werden können. Wie eine vom BAG in Auftrag gegebene Expertise feststellt, weichen die von beiden Herstellern herausgegeben Versichertenkarten mehr oder weniger vom Standard ab. Die wenigen Abweichungen sind vor allen Dingen in unklaren Formulierungen des Standards und der unterschiedlichen Interpretationen begründet. Die Karte der Post ist uneingeschränkt einsetzbar. Die festgestellten Abweichungen betreffen nur die Speicherung von Notfalldaten. Da es bislang noch keine Ärztesoftware gibt, um Notfalldaten zu bearbeiten, hat dies keine Auswirkungen.

Kartenunabhängige Software als Zwischenlösung

Um die in der Expertise weitergehenden Abweichungen anderer Hersteller zu kompensieren, unterstützt die Post den anlässlich eines runden Tischs des BAG getroffenen Entscheid, eine Software basierende Zwischenlösung zugunsten einer funktionierenden Gesamtlösung zu entwickeln. Die Kartenhersteller werden in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsakteuren Softwarekomponenten entwickeln, welche als Schnittstelle dienen sollen um weitergehende Differenzen zu kompensieren.

Gemeinsames Ziel elektronisches Patientendossier

Alle Akteure unterstützen das langfristige Ziel, die Versichertenkarte als Zugangsschlüssel für ein elektronisches Patientendossier zu verwenden. Die Versichertenkarte der Post, die sie für Helsana produziert, bewährt sich seit einem halben Jahr im kantonalen Modellversuch «e-toile» als elektronischer Patientenidentifikator und Zugangsschlüssel für das Patientendossier des Kantons Genf. Ärzte, Spitäler, Apotheken und weitere Akteure können – sofern sie vom Patienten berechtigt wurden – auf dessen Krankengeschichte zugreifen und ihre Rezepte oder Berichte speichern. Der Zugriff auf aktuellste Patientendaten in Notfallsituationen ist auch ohne Karte möglich, was die Patientensicherheit stark verbessert. Diese Lösung ist datenschutzkonform, weist gegenüber der Speicherung von Notfalldaten auf der Versichertenkarte wesentliche Vorteile auf, Daten können nicht verloren gehen und sind stets aktuell.