Überprüfung Poststellen 2009 – 2012

Mobil und online

Gesellschaft, Technik und Wirtschaft wandeln sich schnell. Sechs von zehn Personen arbeiten heute ausserhalb ihrer Wohngemeinde, drei von vier leben in städtischen Gebieten. Postdienstleistungen werden daher vermehrt am Arbeitsort oder auf dem Arbeitsweg nachgefragt. Fast neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern besitzen zudem ein Mobiltelefon. Rund 75 Prozent der Bevölkerung nutzen das Internet täglich oder mehrmals pro Woche, unter anderem für E-Mails oder Finanzdienstleistungen.

Starke Rückgänge im Schaltergeschäft

Solche Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen für die Nachfrage am Postschalter: Zwischen 2000 und 2010 betrug der Rückgang bei den Briefen 55 Prozent, bei den Paketen 43 Prozent und bei den Einzahlungen 22 Prozent. Als Antwort hat die Schweizerische Post ihr Verkaufsnetz in den letzten Jahren umfassend modernisiert (siehe auch Seite «Das Poststellennetz 2001 – 2008»). Nebst den Poststellen sind neue Angebote wichtig geworden, insbesondere der Hausservice («Post an der Haustüre»), die Agentur («Post im Laden») und Online-Plattformen. Die Veränderungen in den Lebensgewohnheiten der Kundschaft hören aber nicht auf. Zudem nimmt die Konkurrenz auf dem Postmarkt weiter zu.

421 Standorte in Diskussion

Das Verkaufsnetz muss also noch kundenfreundlicher und wirtschaftlicher werden – so wie es der Bundesrat von der Post verlangt. Bis Mitte 2012 prüft die Post nun bei rund 421 Poststellen (siehe Liste) mit geringer Nachfrage Alternativen. Mögliche Lösungen:

  • Weiterführung in der bisherigen Form,
  • Ersatz durch eine Agentur,
  • Ersatz durch einen Hausservice.

Bei ihrem Vorgehen respektiert die Post alle politischen und rechtlichen Vorgaben. Und sie sucht – wie sich das in der Vergangenheit bewährt hat – den Dialog mit den Betroffenen vor Ort, um eine Einigung zu erzielen.